MZ-Ausgabe Roßlau, 09.11.2004

 
Auf der Suche nach Licht und Farbe
Heimatstübchen: Landschaften von Jürgen Kutschmann
 
VON GINA APITZ

Rodleben/MZ. Stets "auf der Suche nach Licht und Farbe" ist der Künstler Jürgen Kutschmann. Daraus resultiert auch das gleichnamige Motto seiner dritten Ausstellung im Heimatstübchen in Rodleben. Viele Interessierte waren am Sonntag gekommen als der Dessauer seine Exposition eröffnete. Die Vorstellung des Künstlers, der eigentlich in Rodleben kein Unbekannter mehr ist, übernahm die stellvertretende Bürgermeisterin Marga Zenker. Die Gruppe "Jazzfeel" sorgte für eine musikalische Untermalung der besonderen Art. Diesmal nur als "Sparvariante" im Duo vertreten (für den Schlagzeuger fehlte der Platz), lockerten die beiden Hobbyjazzer Tobias Jecht am E-Piano sowie René Kutschmann mit dem Kontrabass die feierliche Stimmung auf.  
 
Als "Öffnung für Seele und Sinne" bezeichnete Marga Zenker die allesamt in den vergangenen zwölf Monaten entstandenen Pastellkreidezeichnungen, die man anschließend mit einem Gläschen Sekt in der Hand begutachtete. Da Jürgen Kutschmann vorwiegend Landschaften aus der Region Dessau in seinen Bildern einfängt, hatten die farbenfrohen Zeichnungen bei den Gästen einen hohen Widererkennungseffekt.

Im Heimatstübchen

Zahlreiche Besucher konnte der Maler Jürgen Kutschmann (3. von links) bei der Eröffnung seiner Ausstellung im Heimatstübchen in Rodleben begrüßen. (MZ-Foto: Wolfgang Kirchhoff)

Angefangen beim Wörlitzer Park über Schlösser aus der Region bis hin zu schlichten Landschaftsmotiven spiegeln die Arbeiten des Dessauers viele Gesichter der nahen Umgebung wider. "Die Stimmungen auf den Bildern kommen sehr gut zur Geltung. Mir gefallen besonders die Winterbilder", betont Hannelore Friedrich, die schon die ersten beiden Ausstellungen des Künstlers besuchte. Die Heimatverbundenheit und die Liebe, mit der er malt, sind deutlich spürbar", meint die Dessauerin.
 
Jürgen Kutschmann freute sich sehr über die große Resonanz der Gäste und bezeichnete seinen Malstil selbst als "realistisch-impressionistisch". Dies rührt auch von seiner Leidenschaft für die "alten Meister", wie Rembrandt her, für die er sich schon als Jugendlicher interessierte. "Andere sind Fußballspielen gegangen, ich habe Ausstellungen von alten Malern besucht", erklärt er seine Liebe zu diesen Kunstrichtungen.
 
Doch nur beim Bilder studieren blieb es nicht. "Zunächst habe ich als Übung Arbeiten von Malern kopiert und Familienmitglieder porträtiert", sagt der 58-Jährige. Im Jahre 1981 stellte Jürgen Kutschmann seine Werke erstmals hobbymäßig aus. Weitere Ausstellungen folgten, denn er ist von der fleißigen Sorte. "Bis zu 200 Bilder male ich im Jahr", erwähnt der Rockmusikfan. "Eigentlich zeichne ich jedes Wochenende", bemerkt er.
 
Aus Fotos und Skizzen, die an den unterschiedlichsten Orten entstehen, entwickelt Jürgen Kutschmann dann fertige Arbeiten. Dabei verwendet er neben der Pastellkreide auch gern Ölfarben. "Ich bin ständig auf der Suche nach neuen Lichteinflüssen", gibt der Hobbykünstler zu und würde sich freuen seine Werke auch in anderen Galerien demnächst ausstellen zu können.
 
Obwohl sich Jürgen Kutschmann "nur ungern" von seinen Bildern trennt, sind alle Arbeiten verkäuflich.
 
Die Ausstellung im Heimatstübchen Rodleben, Heidestraße 38, ist bis zum 28. November jeden Sonntag von 14 bis 16 Uhr geöffnet.

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